Entgiftungskapazität

Ein wesentlicher Einfluss auf unsere mögliche Lebenszeit scheint unsere Entgiftungskapazität zu sein. Sie besteht im wesentlichen aus zwei Phasen.

Phase I - repräsentiert durch die Cytochrome P450 Systeme, genetische Marker stellen  z.B. die Single Nucleotid Polymorphisms, kurz SNPs - CYP 1A2, 1A1

hier werden Substanzen wie Medikamente, Umweltgifte, etc. für die Phase II aufbereitet, zumeist wasserlöslich gemacht, in dem eine OH-Gruppe angehängt wird

Phase II - repräsentiert durch das Glutathion-System, genetische Marker      GST M1, P1, T1, NAT2

hierüber erfolgt die gezielte Ausschleusung über Stuhl und Urin.

Funktionieren beide Systeme unterschiedlich schnell auf Grund der genetischen Konstellation, kann das Vor- aber auch Nachteile haben.

Helmut Schmidt - unser Vorzeige-Methusalem-Raucher - hat wahrscheinlich eine langsame Phase I. Das heisst, die Giftstoffe durch den Tabakrauch werden langsam der Phase II zugeführt, so dass das Glutathionsystem Zeit genug hat, die durch Phase I entstandenen für den Körper häufig noch schädlichen Substanzen zu eliminieren.

Läuft Phase I aber schnell, produziert aufbereite schädliche Stoffe im Eiltempo, und Phase II kommt nicht hinterher, entsteht ein Aufstau und der Organismus kann Schaden nehmen. Diese Konstellation scheint z.B. häufig bei Rauchern mit Lungenkrebs oder auch Patienten mit Blasenkrebs zu sein.

Folglich ist es interessant, seine genetische Entgiftungskapazität zu kennen, damit entsprechende Maßnahmen getroffen werden können. Beispielsweise lassen sich beide Phasen im Tempo über bestimmte Substanzen beeinflussen. Darüberhinaus sollte eine potentielle Giftzufuhr durch Tabakrauch, auch passiv, oder auch Verzehr von Gegrilltem bei entsprechender Konstellation kritisch überdacht werden.

Alternativ lassen sich aber auch der Glutathion-Haushalt, also das Verhältnis vom oxidierten, verbraruchten zum reduzierten, unverbrauchten Glutathion bestimmen. Ein weiterer Parameter stellt die Aktivität der Glutathion-S-Tranferase dar, kurz GST.